Auf dem Dundred

Von Jokkmokk aus fuhren wir auf der sehr einsamen E45 weiter nach Norden. Wir übernachteten an einem kleinen Bootshafen am Stausee des Kraftwerks von Porjus und genossen die Stille und Einsamkeit. Lediglich ein kleiner Junge kam mit dem Fahrrad vorbei, um sein Angelzeug aus einem Bootsschuppen zu holen.

Harsprångsfallet, bzw. was von dem Wasserfall übrig ist, im Hintergrund der Staudamm

 

Hinter einem anderen Kraftwerk bewunderten wir die Schlucht des nun durch den Bau des Staudamms freiliegenden Flussbettes. Der ursprüngliche Wasserfall ist nicht mehr vorhanden.

Dann erreichten wir Gällivare, die nördlichste Station unserer Reise. Die Architektur ist so, wie man sich eine durch den Erzbergbau schnell hochgezogene Stadt vorstellt: Sehr schlichte, auf Funktion bedachte Gebäude. Lediglich einige ältere Gebäude weichen von diesem Stil ab, so der Bahnhof und die alte sowie die neue Kirche.

Der Bahnhof liegt zum einen an der viel befahrenen Bahnstrecke von Luleå nach Kiruna, zum anderen bildet er den Endpunkt der „Inlandsbanan“, die vom Vänernsee bis hierher fährt. Ursprünglich wurde sie gebaut, um den Norden Schwedens besser an den Süden anzubinden. Mittlerweile ist sie eine Touristenattraktion geworden. Sie benötigt für die Strecke zwei Tage, und Passagiere müssen in Östersund übernachten.

Von den zwei Kirchen Gällivares, die beide vollständig aus Holz gebaut sind, ist die alte die interessantere. Sie heißt auch „ein-Öre-Kirche“, da jeder schwedische Haushalt einen Öre zu den Baukosten beitragen musste. Gebaut wurde die sehr schlicht gehaltene Kirche 1747, sie sollte die Christianisierung der Samen beschleunigen.

Der freistehende Turm und das Kirchenschiff der alten Kirche

 

Eine weitere Attraktion Gällivares ist der Dundred, ein ca. 800m hoher Berg, der einen schönen Ausblick auf die Stadt und, als besonderes Highlight, einen tollen, unverbauten Blick auf die Mitternachtssonne bietet. Und das ca. einen Monat lang um die Sommersonnenwende herum. Wir nutzten die Gelegenheit, denn auf dem Berg kann man mit dem Wohnmobil übernachten und das Naturschauspiel aus dem Bett beobachten. Hier hatten wir auch unsere erste Begegnung mit „wild“ lebenden Rentieren.

Hier noch ein Blick auf die Wettervorhersage. Man beachte die Anzahl der Sonnenstunden.

 

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